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Referenzen GIPSY AnwenderberichtBP KÖLN: VOLLES ROHR MIT GIPSYWas haben Waschmittel und Lego-Steine gemeinsam? Beide bestehen aus demselben Grundstoff: Erdöl. Doch damit hört die Gemeinsamkeit auch schon auf, denn die hierfür notwendigen Zwischenprodukte sind hinsichtlich ihrer chemischen und physikalischen Eigenschaften höchst unterschiedlich. Diese Zwischenprodukte auf Erdölbasis herzustellen, ist die Aufgabe der BP Köln (ehemals EC Erdölchemie). Zur Überwachung der Produktion und der Datenarchivierung hat das Unternehmen IMPAS (Warenzeichen BP Köln) entwickelt. Die Anfänge von IMPAS gehen auf die Mitte der 70er Jahre zurück. Ursprünglich als reine Laboranwendung konzipiert, ist die Funktionalität des Systems mittler- weile so umfangreich, daß es nicht nur bei BP Köln in vielen Bereichen eingesetzt, sondern - über LT Soft als eine Partnerfirma - auch erfolgreich auf dem Markt angeboten wird. IMPAS - der Name ist ein Akronym für "Interaktives Modulares Prozeß- Applikations-System" - wird zur Archivierung, als Informationssystem und zur Lösung von Steuerungs- und Regelungsaufgaben eingesetzt. Bei BP Köln wird die Software unternehmensweit verwendet: zum Beispiel im betriebs- eigenen Kraftwerk, in der Kläranlage oder den Krackern, den Anlagen zur Gewinnung der eingangs erwähnten Zwischenprodukte. Diese Anlagen wurden bis vor kurzem mit Semigrafik und GKS dargestellt. Benutzereingaben erfolgten über eine spezielle Folientastatur. Doch Anfang der 90er Jahre war das nicht mehr zeitgemäß. "So begannen wir 1992, uns nach geeigneten Visualisierungswerkzeugen umzusehen", erinnert sich Wolfgang Bogdan, bei BP Köln verantwortlich für Prozeßleitsysteme (PLS) im Krackbereich. "Dabei sind wir unter anderem auch auf DataViews gestoßen." Doch zunächst hat man noch weitere Tools evaluiert. Während dieser Phase kam Patzschke + Rasp mit dem Projektierungswerkzeug GIPSY auf den Markt. "GIPSY hat dann den Ausschlag gegeben. Denn wir wollten und konnten uns keinen hohen Programmieraufwand leisten. Schließlich müssen auch EDV-Laien damit umgehen." Offenheit an oberer StelleBP Köln hatte ganz konkrete Vorstellungen, was das einzusetzende Tool zu leisten hat. Dabei stand die Offenheit im Pflichtenheft an oberer Stelle, denn IMPAS wird zur Zeit um eine allgemeine, netzwerkfähige Server-Schnittstelle ergänzt. Um diese werden künftig unter anderem die Bedienmodule angekoppelt. Zugleich sollten mehrere Plattformen unterstützt werden, da man eine Portierung von VAX-Rechnern auf Alpha-AXP-Maschinen geplant und mittlerweile durchgeführt hat. Auch die Performance spielt natürlich eine wichtige Rolle: Die Meßstellen in der Krackanlage werden im Sekundentakt abgefragt, und Änderungen müssen sofort, das heißt innerhalb einer Sekunde, sichtbar sein. "Sehr wichtig war uns, daß wir uns nicht um die Konsistenz in den Prozeßbildern kümmern müssen", ergänzt Wolfgang Bogdan. "Eine Änderung muß an einer Stelle durchführbar sein, und nicht noch einen Rattenschwanz weiterer Änderungen nach sich ziehen. Hier kommt uns das objektorientierte Konzept von GIPSY sehr entgegen." Weiterhin war für BP Köln klar, daß das Werkzeug nach dem Client-Server-Prinzip arbeiten muß. Denn im nächsten Schritt soll IMPAS vollständig auf diese Architektur umgestellt werden.
Um den IMPAS-Kern gruppieren sich
die einzelnen Module. Unten in der Grafik sind die "prozeßnahen"
Bestandteile dargestellt - beispielsweise das Modul IPRO, das Druckluft
in elektrische Signale umwandelt. Jedes IMPAS-System kann auch Daten
von anderen IMPAS-Systemen erhalten. Oben sind die "bedienernahen" Bestandteile dargestellt - etwa das IMPAS-Terminal, auf dem GIPSY läuft.
"Natürlich hatten wir auch unsere Vorstellungen hinsichtlich der
Leistungsfähigkeit des Anbieters," kommentiert Heinrich Schmedding,
Leiter des Bereichs Prozeßleitsysteme bei BP Köln. "Uns war wichtig,
einen Partner mit fundiertem Know-how und mehrjähriger Erfahrung im
Bereich der Prozeßleitsysteme zu finden. Vor allem aber sollte er in
der Lage sein, uns während des Projektes kompetent zu begleiten". So
gehörte zu den Unterstützungsleistungen von Patzschke + Rasp - neben
der Mitarbeiterschulung vor Ort - die Anbindung von GIPSY an IMPAS
durch eine sogenannte Funktionsdatenquelle. Diese greift mit
IMPAS-Prozeduren auf die geschützte IMPAS-Datenbasis zu. Eine weitere
Implementierung durch den Anbieter war der "Sensitive Button". Dieses
Element dient der Bedienerführung.
Einbeziehung der künftigen Bediener Danach ging das Entwicklungsteam von BP Köln an die Implementierung der Benutzeroberfläche. Dabei erwies sich der interpretative Ansatz von GIPSY als sehr vorteilhaft. Denn hierdurch hatte man die Möglichkeit, die Anwendung bereits während der Erstellung auszutesten. "Auch konnten wir die Meßwartenfahrer, die künftigen Bediener des Systems, frühzeitig einbeziehen," berichtet Wolfgang Bogdan. "Hierbei haben wir zwei Ziele verfolgt: Aussehen und Verhalten der Oberfläche mußten dem Vorgänger ähnlich sein, um Lernaufwände gering zu halten. Gleichzeitig wollten wir die Flexibilität, die GIPSY bietet, voll ausnutzen." Dies ist auch gelungen: So wurde zum Beispiel, um eine Ähnlichkeit in der Bedienung zu erzielen, die früher zur Bedienung von IMPAS benutzte Funktionstastatur auf dem Bildschirm nachgebildet. Von dem komfor ablen Editor sind Bogdan und sein Kollege Bernd Voigt, zuständig unter anderem für die Betreuung PLS in der Kläranlage, angetan: "Wir sind in der Lage, innerhalb kürzester Zeit neue Prozeßbilder zu erstellen und Datenpunkte an die einzelnen Elemente anzubinden," sagt Voigt. ![]()
Die Kläranlage ist mittlerweile fast vollständig in GIPSY dargestellt. Beim Kracker dauert dies noch eine Weile: Hier sind etwa 13.000 Meßstellen zu visualisieren, die alle online konfiguriert werden können. Bis alle Arbeitsplätze ausgetauscht sind, wird IMPAS parallel mit den semigrafischen Terminals und den neuen Systemen betrieben. Hier hat sich auch gezeigt, daß mit GIPSY ein nahtloser Übergang möglich ist.
Vor der endgültigen Installation wurden GIPSY und die damit entwickelten
Systemkomponenten zwei Monate lang im harten Dauereinsatz geprüft - und
für zuverlässig befunden. "Die Stabilität der Software ist enorm
wichtig", kommentiert Schmedding. "Denn ein Stillstand des Krackers
bedeutet für uns einen Verlust von einer Million Mark täglich -
Vertragsstrafen sind hierbei nicht mitgerechnet." Anfang des Jahres hat
man dann begonnen, die alten Terminals zu ersetzen. In der typischen
Konfiguration arbeitet man bei BP Köln mit VAX-VMS-Servern und mehreren
PCs, die mit einer X-Terminal-Emulation ausgestattet sind. Dies hat
sich als die kostengünstigste Hardwarelösung herausgestellt, auch mit
der Perfomance der Software ist man sehr zufrieden.
"Obwohl unser System selbstverständlich auch dafür ausgelegt ist, steuern wir kaum damit." Der Grund hierfür liegt in der "Brisanz" der Anwendungen: Denn im Störungsfall muß in einigen Bereichen - zum Beispiel beim Kracker oder im Kraftwerk - innerhalb von Sekunden eine Reaktion erfolgen. Daher werden an solchen Stellen Fangeinrichtungen benutzt, die innerhalb dieser Zeit automatisch reagieren. Anders in der Kläranlage: Vergleichsweise langsame Prozesse erlauben an vielen Stellen den Eingriff des Anwenders "per Hand". Was die technischen Aspekte angeht, so hat man die selbstgesteckten Ziele erreicht. Auch kommerziell ist man zufrieden - schließlich waren die Entwicklungsaufwände für die Anlagenvisualisierung und -bedienung deutlich geringer als mit herkömmlichen Methoden. Dies allein reicht den Verantwortlichen bei BP Köln allerdings noch nicht - IMPAS soll auch anderen Unternehmen angeboten werden. Für die Vermarktung hat man in LT Soft aus Kerpen einen kompetenten Partner gefunden. Heinrich Schmedding begründet die Entscheidung, unter die Software-Anbieter zu gehen: "IMPAS ist aus konkreten, praktischen Anforderungen heraus entstanden und hat sich bei uns bestens bewährt. Andere Unternehmen können also sicher sein, ein System zu erwerben, das sowohl hinsichtlich der Funktionalität und - was besonders wichtig ist - der Stabilität ausgereift ist." << zurück |






